Die Pfarrei St. Ägidius Lahm ist ursprünglich Tochterpfarrei von Kronach. Die Pfarrkirche, die schon mit der Anlegung des Ortes als Waldhufendorf entstanden sein muss, wird schon 1323/28 als „ecclesia parrochialis“ bezeugt. Zu den Besitzungen der Pfarrkirche gehören neben dem Pfarrhof auch ein doppelter Flurstreifen und zu je einem Drittel der Zehnt in Lahm und Effelter; die übrigen zwei Drittel des Zehnten sind dagegen bischöflich. Diese Zehntverhältnisse lassen sich dadurch erklären, dass in Lahm schon vor der Übertragung der Pfarrei Kronach an das Domkapitel (1256) eine Kirche bestand. Zum Pfarrsprengel gehören Hesselbach und Effelter mit den angrenzenden Weilern sowie Steinberg (bis 1515), nicht jedoch wie bisher immer angenommen Posseck, das vielmehr nach Rothenkirchen pfarrt.
Der Ort Wilhelmsthal wird erst im Jahr 1730 gegründet (eine eigene Pfarrei wird 1906 errichtet) und gehört ebenfalls zur Pfarrei Lahm, auch wenn sich die Lahmer Pfarrherren im Jahr 1744 gegen eine Einpfarrung des volkreichen Dorfes mit der Begründung wehren, dass „der Weg dorthin mit Gefahr für Leib und Leben verbunden“ sei. Am 5. April diesen Jahres muss Lahm auf höhere Anordnung hin Wilhelmsthal in seine Pfarrgemeinde aufnehmen. Zu der Zeit sind die wirtschaftlichen Verhältnisse denkbar schlecht. Es herrschen Hunger und Armut. Der Lahmer Pfarrer trägt allerdings viel zu einer Verbesserung der Umstände bei. Auch bringt die Katholische Kirchenstiftung einen beträchtlichen Teil der Bausumme für die Wilhelmsthaler Kirche auf, auch weil ihr dadurch die Erweiterung der eigenen Kirche erspart bleibt. Bis zum Jahr 1906 fließen somit rund 90.000 Mark in den Nachbarort. Diese Summe wird zu Beginn des 20. Jahrhunderts über mehrere Jahre hinweg in den Fonds zur Errichtung einer Kultusstiftung in Wilhelmsthal einbezahlt. Allerdings dürfte es sich hier weniger um freiwillige Spenden gehandelt haben, sondern um Zahlungen, die offensichtlich mittels einer Regierungsentschließung angeordnet worden sind.
Im Laufe der Jahrhunderte werden in der ständig wachsenden Pfarrei Lahm mehrere Kirchen errichtet, auch wenn in den Geschichtsbüchern nicht viel von ihnen zu finden ist. Im ersten Bamberger Privilegienbuch oder Urbar vom Jahr 1325 ist allerdings ein wichtiger Hinweis zu lesen. Hier steht: „Lom gehört dem Bischof, ist Wustung… Zwei Teile des Zehnts daselbst gehören dem Bischof und der dritte Teil der Pfarrkirche daselbst. Ebenso gehört der dritte Teil vom Zehnt in Effelrich der Pfarrkirche in Lom (ecclesie parrochialis).“ Um diese Zeit wird auch ein Pfarrer von Lahm genannt.
Wiederherstellungsarbeiten werden in den Jahren 1589/90 durchgeführt. Dabei kommt es zu einem Fronstreit zwischen Pfarrer Adam Schwarz und dem Heilingmeister einerseits und dem Heilingbauern Hansen Ziepfeln andererseits. Dieser widersetzt sich anfangs der Fronarbeit beim Umbau des Gotteshauses und muss erst über seine besonderen Rechte und Pflichten als Inhaber des „Heilinggutes“ belehrt werden.
Laut einer Gotteshaus-Rechnung von 1665 werden zwei Glocken unter Pfarrer Michael Rebhan, der von 1650 bis 1670 wirkte, umgegossen, deren größere 23 Zentner und 33 Pfund wiegt, die kleinere nur einen Zentner und 20 Pfund.
Das Gotteshaus wird im Laufe der Zeit zu klein, so dass sie durch eine neue, die aktuelle, ersetzt werden muss. Diese wird zwischen 1722 und 1726 erbaut und erst 1770 eingeweiht.