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Stannahauskapelle Grümpel

Geschichte der Kapelle vom "Stannahausberg"

Die Entstehungsgeschichte dieser Wegkapelle geht auf die Zeit Ende des 18. Jahrhunderts zurück. Damals fuhren die Grümpler Bauern ihr Blochholz vom Birnbaumer Wald und der Nurner Höhe den teilweise tief eingeschnittenen, steil abfallenden Fuhrweg des Steinhausberges ins Grümpeltal hinab.

Ein Vorfahr der Familie Beitzinger war damals damit beschäftigt, mit einem Ochsengespann starke Baumstämme hinab ins Tal zu transportieren. Zu diesem Zweck hatte er einen Wagen in zwei Teile zerlegt, um auf das vordere Wagenteil, an dem sich die Deichsel und die Bremsen befanden, die Stämme aufzuladen und festzuzurren. Die Enden der Stämme dienten als zusätzliche Bremsen. Die beträchtliche Last, die primitiven Bremsen und die damaligen Wegverhältnisse erforderten vom Wagenführer höchste Konzentration und Wagemut. So passierte es, dass beim überladenen Fuhrwerk die Schleif versagte und der Wagen mit den Ochsen und dem Ochsenführer unaufhaltsam den steilen Berg hinuntertrieb. Für Mensch und Tier drohte die Gefahr, von den rutschenden und nachrückenden Stämmen erschlagen zu werden. Eine Rettung aus menschlichem Ermessen schien aussichtslos. Im Angesicht der Not rief der Bauer die Mutter Gottes um Hilfe und Beistand an. Und wie durch ein Wunder verfing sich die Holzladung an einem starken Baumstumpf. Das Unheil war abgewendet, Mensch und Tier blieben ohne Schaden.

Zum Dank für diese wunderbare Rettung stifteten die "Stannahäuser" ein Marienbild, das lange Jahre bis zum Bau der Kapelle an einem Baum befestigt war. Das Originalbild befindet sich heute oberhalb der Eingangstür der Kapelle. 1921 erbauten dann zum Dank an die gesunde Heimkehr aus dem 1. Weltkrieg die Gebrüder Georg, Kilian und Johann Beitzinger die Kapelle zur immerwährenden Hilfe und zur Ehre der Mutter Gottes. Als in den zwanziger Jahren die Ruhr in Birnbaum wütete und vor allem Kinder dahinraffte, sah man lange Jahre eine Wallfahrt von Birnbaum zur Kapelle ins Grümpeltal ziehen. Dieser fromme Brauch wird heute nicht mehr ausgeübt. Nachdem der Zahn der Zeit deutliche Spuren des Verfalls hinterlassen hatte, wurde sie 1995/1996 von Grund auf restauriert und instandgesetzt.

Die Kapelle am Stannahausberg

(Gedicht von Josef Beitzinger Rothenkirchen)

Wo heute die Kapelle steht, ein Wanderer kaum vorüber geht.
Doch ist wert zurück zu sehe, was vor hundert Jahren hier geschehen.
Steil ist der Weg bis hier herauf und auch noch weiter hoch hinauf.

Der Bauer Georg damals fuhr, mit seinen Ochsen diese Spur.
Von weit oben schleift zu Tal, er schwere Blöcher viele mal.
Die Hölzer lagen festgemacht auf des Wagens Vorderteil.
Sie schleiften, bremsten hinten mit, mit der Stämme Hinterteil.
Die Spindelbremse festgedreht, es wieder den Berg abwärts geht.
An der Deichsel vorn beim Ochsen geht der Bauer und hält auf.
Doch jetzt nimmt das Unglück seinen Lauf.
Ob die Bremsen glatt geschliffen, ob die Schleifspur naß und glatt?
Das Fuhrwerk wurde immer schneller.
Das Gespann war nicht mehr auf zu halten.

Der Bauer an der Deichsel vorn, schien rettungslos verloren.
Seine Frau lief immer nebenher, sie wusste keine Rettung mehr.
Mutter Gottes helf! Ihr Schrei, hallt weithin durch das Grümpeltal.
Ein Ruck, ein Krachen war dabei, das Fuhrwerk stand mit einem Mal.
Der Himmel sah die Not, ein Wurzelstock verfing sich in den Speichen.
Des Vorderwagens und auf wunderbare Weise.
Hielt dieser Stand und alles Lärmen wurde leise.

Herr Gott hab Dank! Jetzt langsam gings bergab.
Mit halber Fuhre nach dem großen Schreck.
Und allen Nachbarn wurde bald bekannt.
Wie Hilfe man vom Himmel fand.

Lang hing an einem Baum ein Bild der Helferin.
Der Mutter Gottes, die das Wunder hier vollbracht.
Oft wurde im Gebet der Helferin gedacht.

Die Söhne Johann, Georg, Kilian alle drei.
Versprachen, wenn der Erste Weltkrieg ist vorbei.
Und alle drei vom Kriege kehrten heim.
An diesem Ort eine Kapelle bauen werden.
Und es geschah, das zweite Wunder es trat ein.
Und alle drei sie kamen wieder heim.
Sie machten bald schon ihr Versprechen wahr.
Und so verging noch kaum ein Jahr.

Vom Tal herauf, auf diesen Felsenstein.
Sie schleiften Stein und Holz, mit Schlitten und mit Wagen.
Und schrieben später im Altar gut lesbar ein.
Georg war der Mauerer, Johann der Zimmermann.
Kilian schaffte Holz und Steine an.
Und so schafften alle drei, bis der kleine Bau entstanden.
Noch war im Inneren nichts vorhanden, was erst die Kapelle macht.
Ein schöner Holzaltar, gedrechselt, bemalt von Meisterhand.
Ein Betstuhl, Kerzenleuchter, Bilder, so wie es sich gehört.
Schon bald das kleine Kirchlein ziert.

Die Bauersleut sah man oft den Berg rauf steigen.
Um auszuruhen und ihren Dank zu zeigen.
Von weither kamen Jahr um Jahr, fromme Pilger zur Kapelle.
Im Klang der Ave Glocke an dieser Stelle.
Zu beten und zu singen unter Musikklang, Gott zu bitten und zu danken.
Schon beinah hundert Jahre lang.

Weit klingt es in das Grümpeltal und kündet.
Das auch noch in fernen Zeiten, fromme Menschen werden steigen.
Zur Kapelle empor, um Dank zu sagen im gewaltigen Chor.
So, und nicht von ungefähr, kommt von Gott die Hilfe her.

Als Enkelsohn des Fuhrmanns schreib ichs nieder.
Was mir erzählt mein Vater, der hier mitgebaut.
An diesem Werk, er hat mir anvertraut.
So oft ich hier an dieser Stelle stand, er seinen Seelenfrieden fand.

Die Enkel Kilians, des jüngsten der drei Brüder.
Die einst die Kapelle hier gebaut.
Sie pflegen, reparieren immer wieder, dies Kleinod, wie wir sehn.
So wird es weiter hundert Jahr noch stehn.
Vergelt es Gott! Daß so wie heut.
Im Grümpeltal das Aveglöcklein läut.