Die bestehende Pfarrkirche wurde in den Jahren 1722 – 1726 gebaut.
Der dreigeschossige Turm aus Sandsteinquadern besitzt eine Höhe von etwa 30 Metern. Den Abschluss bildet ein vergoldeter Turmknopf mit aufgesetztem Kreuz und Wetterhahn. Die Turmuhr wurde 1884 angeschafft und zeigt nach Osten (Lahm) und Süden (Hesselbach).
Über dem Fenster an der Chor-Außenwand ist ein fürstbischöfliches Amtswappen aus dem Jahre 1722 angebracht. Das Wappen erinnert an den während der Bauzeit der Pfarrkirche amtierenden Bamberger Fürstbischof Lothar Franz Graf von Schönborn.
Die Sakristei ist ein eingeschossiger Anbau am nördlichen Chorgewölbe. Vermutlich war zunächst kein Zugang von außen geplant, sondern der Zutritt war nur vom Chorraum her möglich. Ursprünglich, so erzählt man sich, war eine Doppelturm-Anlage geplant, wobei über der Sakristei der zweite Kirchturm errichtet werden sollte.
Das Nordportal (Seiteneingang) hat eine profilierte Rahmung. Im Scheitelstein sind die Initialen HAT zu erkennen. Es hantelt sich hier um die Initialen von Hans Andreas Tribl, der den Kirchenbau als Baumeister von 1722 bis 1726 geleitet und möglicherweise auch den Plan dazu geliefert hat.
Das alte Westportal (Haupteingang) bestand aus einem abgewalmten Vordach auf zwei Sandsteinsäulen. Bei der Kirchenrenovierung von 1970 bis1973 wurde es abgebrochen und durch einen Windfang ersetzt. Dieser Anbau wurde im Zuge der Generalsanierung 2003 erneut abgerissen und durch einen lichtdurchfluteten Anbau erneuert.
Das Langhaus im Innenraum der Kirche hat eine hohe Flachdecke mit profiliertem Gesims. Die Deckengemälde aus dem Jahr 1725 stammen von Paul Klier. Diese Gemälde wurden bei Renovierungsarbeiten teilweise stark übermalt.
Im Hauptfeld des Langhauses ist der Heilige St. Ägidius zu erkennen, wie er einen bösen Geist austreibt. Im östlichen Nebenfeld ist die Szene abgebildet, wie der heilige Ägidius einen Kranken durch die Gabe seines Rockes heilt. Der heilige Ägidius mit Hirschkuh ist im westlichen Nebenfeld dargestellt.
Das südliche Bildnis zeigt den Diözesanheiligen Kaiser Heinrich II. in kniender Haltung.
Das nördliche Bild stellt die Diözesanheilige Kunigunde dar, wie sie über glühende Pflugscharen schreitet.
Die vier Medaillons der Seitenmitten zeigen
In den Eckfeldern werden die Heiligen
dargestellt.
Über dem Chorbogen ist ein Kruzifix zu erkennen. Im Zuge der Innenrenovierung (um 1950) wurden alle Wandmalereien in Chor und Langhaus weiß überstrichen. Es waren gemalte Verzierungen aus bunten Streifen, die Wände und Fenster ausschmückten.
Der Chor als Ort des Hochaltars ist gegenüber dem Langhaus um eine Stufe erhöht. Hier stand ursprünglich die Kommunionbank. Das Tonnengewölbe im Chorraum hat einen spitzbogigen Querschnitt. Als zentrales Deckengemälde ist die Abendmahlszene dargestellt,
im Chorscheitel das Lamm Gottes und in den Nebenfeldern in rotbrauner Tonmalerei die Evangelisten-Symbole Stier (Lukas), Adler (Johannes), Löwe (Markus) und Jüngling (Matthäus). Das Chorgestühl aus dem Jahr 1726 wurde im Jahr 1972 durch einfache Holzbänke ersetzt. In der Mitte des Chors stand seit Ende der 60-er Jahre der Altartisch aus marmoriertem Holz.
Der Altartisch wurde durch einen Volksaltar aus Marmor ersetzt, den Erzbischof Dr. Ludwig Schick am 23. März 2003 konsekrierte. Im Altar sind die Reliquien von Crescentia Höß aus Kaufbeuern sowie Bruder Konrad von Parzham eingesetzt. Weiterhin fanden auch die Reliquien des heiligen Leonhard, des heiligen Antonius und der heiligen Ursula, die sich schon im alten Altar befanden, ihren Platz im neuen Altar.
Im Chorraum befindet sich außerdem das Taufbecken aus Sandstein mit der Inschrift. 16AS90. Es stammt noch aus der alten Pfarrkirche.
Weiterhin hat hier Pater Johannes Rathfelder aus seinem Privatbesitz über dem Eingang zur Sakristei ein barockes Altarblatt aus dem 18. Jahrhundert anbringen lassen. Es zeigt eine Kreuzigungsszene mit armen Seelen.
Über dem Eingang zum Glockenturm befindet sich ein Gemälde aus dem 18. Jahrhundert. Es zeigt die Vierzehn Nothelfer, das Christuskind auf der Schulter des heiligen Christophorus bildet den Mittelpunkt der Darstellung.
Der Hochaltar, ein barockisierter Holzaufbau des späten 19. Jahrhunderts, befindet sich an der Ostseite des Chores. Unten in der Mitte befindet sich der vergoldete Tabernakel. Der Kirchenpatron der Lahmer Kirche, der heilige Ägidius, ist in Bischofskleidung mit Stab und Hirschkuh in der Mitte der Figurenreihe dargestellt. Ihn umgeben Johannes der Täufer (links) und Sebastian (rechts), der Patron unter anderem gegen Pest und Seuchen, als Heiligenfiguren. An beiden Endseiten befinden sich die Diözesanheiligen Heinrich (links) und Kunigunde (rechts). Der heilige Heinrich II. wurde 1014 zum deutschen Kaiser gekrönt, förderte die kirchliche Reform und stiftete das Bistum Bamberg. Er starb am 13. Juli 1024 und ist mit seiner Gemahlin, der heiligen Kunigunde (gestorben 1033) im Bamberger Dom bestattet. Eine Gnadenstuhl-Darstellung mit der Inschrift Sanctus – Sanctus - Sanctus bekrönt den Altar.
Die beiden Seitenaltäre sind Schreinerarbeiten von Johann Voit aus dem Jahr 1726. Das Altarblatt des Marienaltars stammt wahrscheinlich aus dem gleichen Jahr und wurde von Hofmaler Seubel angefertigt. Das Altarblatt des Herz-Jesu-Altars sowie die oberen Bildnisse beider Altäre fertigte vermutlich Lorenz Keim im späten 19. Jahrhundert.
Der linke Altar wird auch Marien- oder Skapulieraltar genannt. Er zeigt Maria mit dem heiligen Simon Stock. Die silbern und golden gefassten Holzfiguren stellen den heiligen Joachim und die heilige Anna dar, die Eltern von Maria. Die heilige Anna ist als Inbegriff der Mütterlichkeit die Patronin der Ehe, der Mütter, der Gebärenden, Witwen und Ammen. Sie und ihr Ehemann Joachim blieben bis ins hohe Alter kinderlos, ehe sie Maria gebar.
Die Schlüsselübergabe von Christus an Petrus bildet das Zentrum des rechten Seitenaltars, auch Sakraments- oder Herz-Jesu-Altar genannt. Die beiden Holzfiguren stellen die Heiligen Xaver, der als Begründer der Mission im Fernen Osten gilt, und Nepomuk, dem so genannten Brückenheiligen, dar.
Links und rechts des Nordportals befinden sich die beiden Beichtstühle aus marmoriertem Holz. Einer davon wurde 1726 gebaut, der andere vermutlich 1760. Der Beichtstuhl ist von beiden Seiten benutzbar; das Mittelstück bietet eine Sitzgelegenheit für den Beichtvater.
An Heiligenfiguren sind im linken Kirchenschiff Wendelin, dem Patron besonders für das Vieh und das Feld, und Ottilie, der Schutzpatronin gegen Augenkrankheiten, Ohren- und Kopfleiden, sowie ein Bild der Heiligen Familie angebracht.
Das Bild wurde bei früheren Renovierungsarbeiten übermalt und erst bei der Kirchenrenovierung 2002 wieder freigelegt und restauriert.
Die Kanzel an der südlichen Innenwand des Langhauses, die noch aus dem Jahr 1725 stammt, musste wegen ihres schlechten Zustandes im Jahr 1965 abgenommen werden.
An diesem rechten Kirchenschiff sind Heiligenfiguren des Florian, dem Schutzheiligen gegen Feuergefahr, sowie Christus als Weltenherrscher ebenso angebracht wie ein großer Teil des Kreuzwegs.
Bei den Bildnissen der 14 Kreuzwegstationen handelt es sich um Ölbilder mit goldener Rahmung. Im Zuge der Innenrenovierung von 2002 wurden sie neu geordnet und befinden sich nun ausschließlich an der Süd- und Nordwand des Langhauses.
Die Empore steht auf Sandsteinsäulen und ist in der Mitte vorgezogen. Aufgrund der Bevölkerungszunahme war 1864 eine zweite Empore geplant. Dort, wo jetzt die Orgelpfeifen stehen, sollte eine zweireihige Sitzgelegenheit entstehen. Das Projekt wurde mit dem geplanten Neubau einer Pfarrkirche in Lahm Ende des 19. Jahrhunderts verworfen, es war letztendlich durch den Bau der Kirche in Wilhelmsthal überflüssig geworden. An der Brüstung zur Empore befinden sich die Figuren der vier Evangelisten, die lange Zeit ihren Platz an der sechseckigen Kanzel und bis zur Generalsanierung 2002 am rechten Seitenaltar hatten.
Die Orgel stammt aus dem Jahre 1964. Zwei Vorgängerinnen lassen sich ebenfalls nachweisen, eine aus dem Jahr 1726 und eine von 1885.
An der Rückwand des Kirchenschiffes ist die Statue der alten Skapuliermadonna mit einem reich verzierten Samtmantel angebracht.
Im 2003 neu erbauten Vorraum zur Pfarrkirche ist die Figurengruppe der Taufe Jesu platziert. Sie stand ursprünglich auf dem Taufstein im Chorraum.
Die folgende Bildergalerie zeigt Innenraum-Phänomene anhand der Beschreibung: