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Namenspatron St. Ägidius

Der heilige Ägidius (auch Gilles oder Till) wurde im 7. Jahrhundert vermutlich in Griechenland geboren und ist am 1. September 720 in St. Gilles (Frankreich) gestorben. Er ist Patron von Kärnten und der Steiermark, von Nürnberg, Osnabrück, Braunschweig, Toulouse, Graz und Edinburgh. Er ist einer der Nothelfer und gilt als Schutzpatron der Jäger, Hirten und Pferdehändler, der Schiffbrüchigen, der Bogenschützen, der Bettler, der Aussätzigen und der stillenden Mütter. Er wird angerufen gegen Geisteskrankheit, gegen Unfruchtbarkeit bei Mensch und Tier, gegen Trockenheit, Feuer und Sturm, um Beistand für eine gute Beichte und bei Verlassenheit.

Das Leben: Ägidius war ein Pilger, der aus dem fernen Athen ins Rhônetal nach Frankreich kam und sich in der Nähe von Arles tief im Wald als Eremit niederließ. Die Legende berichtet, dass Ägidius in seiner Höhle jeden Tag von einer Hirschkuh besucht wurde, die ihn mit ihrer Milch nährte. Eines Tages wollten Jäger des Königs das Wild erlegen, doch eine unsichtbare Kraft verhinderte, dass sie sich dem Tier nähern konnten. Als der König einmal selbst mit auf die Jagd ging, hatte sich das Tier zu Ägidius in die Höhle geflüchtet und lag dort zu dessen Füßen. Der König schoss blind einen Pfeil in die Höhlenöffnung. Als er nachsah, ob er getroffen hatte, fand er Ägidius blutend vor, die Hirschkuh unverletzt an ihn geschmiegt. Der Herrscher, der dieses Unglück verschuldet hatte, bot Ägidius ärztlichen Beistand und Geld an, doch der Einsiedler wollte sich nicht helfen lassen. Er bat den König nur um eines: Er sollte ihm hier in der Einsamkeit ein Kloster bauen lassen.

Der König war froh, seine Schuld wiedergutmachen zu können, und erfüllte Ägidius diesen Wunsch. So entstand in der Provence um das Jahr 680 das Kloster Saint-Gilles, das bald eine große Zahl frommer Mönche beherbergte. Ägidius war der erste Abt und leitete das Kloster bis zu einem friedlichen Tod. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Klosterkirche.

Verehrung/Brauchtum: Die Verehrung für ihn war vor allem im Mittelalter überaus groß, nicht nur in Frankreich, sondern auch im gesamten deutschsprachigen Raum. Von diesem Kult zeugen bis heute zahlreiche Ortsnamen wie Gillenberg, St. Gilgen oder St. Ägyd. Zu vielen dieser Orte existierten berühmte Wallfahrten. An einigen haben sich die Ägidius-Wallfahrten bis zum heutigen Tag gehalten.

Auch einen Ägidius-Brauch gibt es: Manche Bauern mischen ihrem Vieh am Ägidius-Tag geweihten Fenchel unter das Futter. In Pestzeiten verehrten die Gläubigen Ägidius auch als Pestpatron. Man bat ihn um persönlichen Schutz vor der Krankheit und um das Ende der Epidemie. Der 1969 reformierte römische Kalender führt Ägidius aber nicht mehr afu.

Darstellung: Ägidius ist als Einsiedler in einer Höhle dargestellt, meist mit einer Hirschkuh. Oft hat er einen Pfeil in der Brust, manchmal ist auch die Hirschkuh vom Pfeil getroffen. Bekleidet ist Ägidius fast immer mit dem Benediktiner-Gewand des Abtes.

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