Im Mittelalter suchten die Gläubigen oft Anschluss an die damals neu entstandenen Ordensgemeinschaften der Franziskaner, Dominikaner, Augustiner und Karmeliten. Es bildeten sich so genannte Laienbruderschaften. Bereits während der Zeit des neuen Kirchenbaus wurde auch von der Pfarrei Lahm um die Aufnahme in die Skapulierbruderschaft ersucht. Dies wurde am 19. Oktober 1725 genehmigt. Mit der Fertigstellung der neuen Pfarrkirche im Juli 1726 wurde an St. Ägidius das „Skapulierprivileg des Karmelitenordens“ verliehen und noch im gleichen Jahr das erste Skapulierfest gefeiert.
Alle Ordensgemeinschaften waren bestrebt, den Laien ein Zeichen ihrer Angliederung und der Teilhabe an ihrer Spiritualität zu geben. Bei den Karmeliten führte dieses Bestreben dazu, ein auf Kleinformat zugeschnittenes Skapulier herzustellen. Es sollte ein Zeichen der Zugehörigkeit zum Orden sein.
Das Wort „Skapulier“ kommt von der Form eines Kleidungsstückes, das traditionell bei der Arbeit über den Schultern getragen wurde. Das Skapulier besteht heute aus zwei kleinen Stoffteilen, die mit Bändern verbunden sind und über den Schultern getragen werden. Das Skapulier des Karmel gibt es bereits seit sieben Jahrhunderten. Es ist von der Kirche anerkannt und wird vom Karmelitenorden als äußeres Zeichen für die Liebe zu Maria getragen. Es bestätigt das Vertrauen und die Verpflichtung, nach ihrem Vorbild zu leben.
Maria wird seit den Anfängen des Karmelitenordens verehrt. Der Überlieferung nach soll sie dem heiligen Simon Stock, einem Karmeliten, am 16. Juli 1251 in Aylesford in Kent erschienen sein. Dabei habe sie auf das Skapulier als Zeichen ihres Schutzes hingewiesen. Damit verbunden war das Versprechen, dass derjenige ewiges Heil erlangt, der das Skapulier zur Verehrung trägt.
Jahrhunderte lang war das Skapulier ein sehr beliebtes Zeichen der Marienverehrung, nur zu vergleichen mit dem Rosenkranz. Es wird als Zeichen christlichen Glaubens verstanden:
Es ist von der Kirche seit vielen Jahrhunderten anerkannt.
Es führt Menschen in die Familie des Karmel
Es zeigt die Hoffnung, mit Hilfe und auf die Fürsprache Mariens Gott in diesem und im ewigen Leben zu begegnen.
Es steht für die Entscheidung, Jesus nach dem Beispiel Mariens nachzufolgen.
Es fordert auf: