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Ortsgeschichte Hesselbach

Erstmals wird Hesselbach urkundlich im Jahre 1338 genannt. Am 23. Juni diesen Jahres überträgt Heinrich von Zeyern zu Hesselbach mit Bewilligung des Grafen Otto von Orlamünde dem Kloster Langheim zwei Güter zu Hesselbach. Die Schenkungsurkunde beweist durch den Zusatz „zu Hesselbach“, dass hier ein Ansitz und eine adelige Dorfherrschaft vorhanden sind und dass die Orlamünder die Lehensoberhoheit über das Dorf innehatten. Neben Hesselbach gehörten auch die Herrschaften über Lauenstein und die Besitzungen der Kulmbacher Plassenburg den Grafen von Orlamünde. Diese sterben jedoch zwei Jahre später aus. Ihre Besitzungen erhalten laut Erbvertrag die Burggrafen von Nürnberg, die späteren Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach.

Um das Jahr 1525 gibt es in der Gegend um Hesselbach Bergwerke. Aus einem Briefwechsel zwischen Bischof Weigand von Redwitz zu Bamberg und dem Markgrafen Kasimir geht nämlich hervor, dass zwischen beiden ein Streit um die Hesselbacher Bergwerke entstanden ist.

Mit dem Tod von Christoph von Zeyern zu Hesselbach am 25. Januar 1610 erlischt das Geschlecht derer von Zeyern. Das an die Markgrafen zurück gefallene Lehen Hesselbach wird an den bayreuthischen Hofjunker Urbach Heinrich von Feilitzsch ausgegeben. Dieser stirbt 22 Jahre später, und das Hesselbacher Lehen geht an seine beiden Töchter über. Das Rittergut Hesselbach gelangt durch Heirat 1663 bzw. 1666 je zur Hälfte an Christian Joachim von Varell, den Ehemann einer der Schwester, und an Wolf Adolf von Marschall. Eine mündliche Überlieferung erzählt, dass von Varell aus seiner Heimat, der Mark Brandenburg, pommerische Bauern mit nach Hesselbach gebracht und sie hier angesiedelt hat. Wolf Adolf von Marschall konnte 1670 von der Familie von Varell die andere Hälfte erwerben. Er bekommt das Gebiet um Hesselbach sowohl als bischöfliches als auch als markgräfliches Lehen verliehen. Der neue Schlossherr will in Hesselbach das „Luthertum“ einführen, doch wird sein Gesuch vom zuständigen Bamberger Lehenhof abgelehnt. Die sich als „Erbmärschalle in Thüringen“ bezeichnende Familie Marschall, deren Stammbesitzungen sich in Altengottern im nördlichen Thüringen befanden, war in markgräfliche Dienste getreten. Das Rittergut Hesselbach, das unter ihnen als Rittergut der Voigtländischen Ritterschaft erscheint, verbleibt im Besitz dieses Geschlechtes bis zu dessen Aussterben in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Als Mitte des 17. Jahrhunderts das Pfarrhaus in Lahm errichtet wird, gibt es einen Fronstreit zwischen dem bischöflichen Lahm und dem Dorf Hesselbach unter den Brandenburgern zu Kulmbach-Bayreuth. Nach Androhung von Kirchenstrafen seitens des Bamberger Bischofs endet die Auseinandersetzung damit, dass die Hesselbacher nachgeben.

Hinsichtlich der Einwohnerzahl bleibt der Ort weiterhin deutlich hinter Lahm zurück. Während in einem Visitationsprotokoll aus dem Jahr 1676 für Lahm 36 Haushaltungen mit 96 Kindern, 17 Dienstboten und neun Herbergern erwähnt sind, besteht Hesselbach nur aus vier Haushaltungen, 17 Kindern und je einem Dienstboten und Herberger.

Auch finanziell sind die Hesselbacher nicht auf Rosen gebettet. Um 1730 verkauft der verschuldete Schlossherr Wilhelm Gottfried von Marschall Ländereien am Südhang des Eichsberges an alle, die sich darum bemühen, und nennt die sich rasch vergrößernde Siedlung Wilhelmsthal. Am 17. Mai 1766 stirbt der evangelische Schlossherr und wird in Lahm von der katholischen Geislichkeit beigesetzt.

Im Jahr 1801 wird der Ort wie folgt beschrieben: „Hesselbach. Liegt im Kronacher Grund 3 Stunden von der Stadt. Das Hochstift hat die Landeshoheit und Zent. 2 Zinnshöfe, welche nun 4 Besitzer haben und mit 4 Häusern und 4 Stadeln bebaut sind, gehören mit der Lehensherrschaft und Vogteilichkeit dem Kastenamte Kronach, mit der Steuer aber zu dasigem Steueramt, die anderen 2 Güter daselbst sind Markgräflich Bayreuthische Lehen und gehören dem adeligen Geschlechte von Marschall zu Brand, auf welchem gemeldte Herrschaft die Vogteilichkeit und im ganzen Orte die Dorfs- und Gemeindeherrschaft hergebracht hat. Beyde Güter werden zur Ritterschaft versteuert. Die Geistlichkeit gehört zur Pfarrey Lahm, der Zehend aber der Domkapitlischen Obley Kronach.“

1810 kommt Hesselbach als Teil der ehemaligen Markgrafschaft Bayreuth an das Königreich Bayern. Zwei Jahre später verarmt die Schlossfamilie von Marschall. Grundstücke werden verkauft, wobei der Jude Abraham Hirsch aus Küps meist der Käufer ist.1823 wird ein Schulhaus gebaut, vermutlich das erste überhaupt, während Unterricht schon seit 1758 im Ort gehalten wird.

1848 fällt das Hesselbacher Schloss an den bayerischen Staat, da Freiherr Adam Friedrich Franz von Marschall keine Erben hat und als Forstmeister in Neustadt am Kulm tätig ist. Das Schloss wird zunächst als Wohnung für arme Leute der Gemeinde genutzt und geht ein Jahr später an Adam Paizinger über, einen ortsansässigen Bauern. Elf Jahre später wird das Gebäude abgebrochen. Ein Bauernhaus wird ganz in der Nähe errichtet. Im Jahr 1911 fällt das Bauernhaus einem Brand zum Opfer und wird durch einen Neubau ersetzt.

Zu Hesselbach gehört unter anderem Geschwend, das als Brandrodesiedlung erstmals im Jahre 1565 urkundlich erwähnt wird. Zum Herrschaftsbesitz von Hesselbach gehört auch der Weiler Grümpel, westlich des Grümpelflusses, der 1576 erstmals bezeugt wird.